24/7-IT-Betreuung entlastet Pflegeeinrichtungen nachhaltig

24/7-IT-Betreuung entlastet Pflegeeinrichtungen nachhaltig

Eine gehackte Berliner Senatsverwaltung und 2 Millionen Euro Lösegeld-Forderung. Dazu droht eine Organisation im Darknet sensible Daten zu veröffentlichen, etwa Informationen über Einrichtungen der kritischen Infrastruktur, Notfallpläne und Passwörter. Solche Cyberangriffe nehmen zu. Darum lohnen sich professionelle IT-Services wie für stationäre Pflegeeinrichtungen. Sie bringen digitale Stabilität, Sicherheit und Zeitgewinn.

Ein Kopf mit Kapuze guckt in mehrere Monitore mit bunter Schrift.
@ unsplash | Kevin Horvat

Eine gehackte Berliner Senatsverwaltung und 2 Millionen Euro Lösegeld-Forderung. Dazu droht eine Organisation im Darknet sensible Daten zu veröffentlichen, etwa Informationen über Einrichtungen der kritischen Infrastruktur, Notfallpläne und Passwörter. Der Missbrauch dieser Daten dürfte weit mehr Schaden verursachen als die Lösegeld-Forderung, wie Jan Girlich vom Chaos Computer Club im RBB-Fernsehen erklärt. 

Solche Cyberangriffe nehmen spürbar zu. Besonders Leistungserbringer wie Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen waren mit 43 Vorfällen die zweitgrößte Betroffenenkategorie. Das belegt der Lagebericht 2025 des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die Broschüre „Cybersicherheit im Gesundheitswesen 2025" dokumentiert die Bedrohungslage für den Zeitraum Oktober 2024 bis September 2025.

Täglich geraten Einrichtungen demnach unabhängig von ihrer Trägerform oder Größe ins Visier automatisierter Hackerangriffe. Auch kleinere stationäre Einrichtungen und ambulante Dienste sind betroffen. Die Angreifenden verkaufen die erbeuteten Daten automatisiert weiter. Oft handelt es sich dabei um besonders schützenswerte Gesundheitsinformationen, die zu den sogenannten kritischen Infrastrukturen zählen.

Datenschutz und Cybersicherheit auf höchstem Niveau

Datensicherheit, Systemverfügbarkeit und die Einhaltung gesetzlicher Datenschutzstandards wie der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sind grundlegende Anforderungen, die allerdings längst nicht überall umgesetzt werden. Veraltete Hardware, komplexe Softwarelandschaften und fehlende IT-Fachkräfte führen vielerorts zu Sicherheitslücken, Störungen und zeitintensiven Umgehungslösungen.

Der Arbeitskräftemangel, umfassendere Dokumentationspflichten und steigende Erwartungen von Angehörigen und Kostenträgern verlangen effiziente Prozesse. Dabei sind stationäre Pflegeeinrichtungen und Komplexträger heute stärker denn je auf funktionierende digitale Systeme angewiesen, von der Pflegedokumentation über die Kommunikation bis hin zum Datenschutz sensibler Bewohner:innen-Daten.

„IT muss langweilig sein”

„Stabile IT-Strukturen und deren fachgerechte Dokumentation legen dafür die Basis für den Schutz dieser kritischen Infrastrukturen. Pflegeanbieter und Komplexträger müssen endlich ihre Hausaufgaben machen”, erklärt Gérard Kühnel, IT-Leiter und Geschäftsführer von MANDARIN Care.  

Arbeitskräfte, Betreuungsdienste und therapeutische Teams sollen ihre Zeit den Bewohnerinnen und Bewohnern widmen und nicht mit IT-Problemen oder technischen Störungen verbringen. „Genau das ist das Ziel moderner IT im Pflegealltag: Sie wirkt unterstützend im Hintergrund, ohne die Arbeitsprozesse zu stören. Digitalisierung macht Spaß, wenn sie sicher funktioniert. Dabei ist IT komplett planbar. Ich sage sogar: IT muss langweilig sein“, sagt Gérard Kühnel.

Dokumentation als Versicherung für den Ernstfall

Die Grundlage für alles – besonders für die Sicherheit kritischer Infrastrukturen – ist eine lückenlose Dokumentation. Eine Dokumentation ist keine Excel-Tabelle, sondern eine umfassende Sammlung. Sie enthält unter anderem Daten von Nutzenden, System-Zugänge und Netzpläne. Dabei zählt Genauigkeit. Jede Änderung muss sofort hinterlegt werden: als Versicherung für den Ernstfall. Die Dokumentation muss zwingend beim Pflegeanbieter und Komplexträger liegen. „Ich vergleiche das mit einem Hauskauf. Niemand würde ein Haus kaufen, ohne die Schlüssel zu besitzen”, sagt der IT-Experte. 

Eine sichere und funktionierende Technik senkt Hemmschwellen, steigert die digitale Akzeptanz und macht Mitarbeitende sicherer im Umgang mit neuen Anwendungen. Gérard Kühnel sagt: „Die digitale Umgebung muss so stabil sein, dass ich mich als Pflegekraft darauf verlassen kann.“ Die Mitarbeitenden berichten dem DAK-Pflegereport 2024 zufolge von spürbarer Entlastung, höherer Zufriedenheit und besserer Planbarkeit. 

Rund-um-die-Uhr-Support als Erfolgsfaktor

Externe IT-Dienstleister können Pflegeheimbetreiber und Komplexträger mit einem Servicekonzept unterstützen, das auf die individuellen Bedingungen von Trägern, Standorten und Pflegeformen abgestimmt ist. Im Fokus stehen praxisnahe und rechtssichere IT-Lösungen:

  • Verschlüsselte Datenübertragungen
  • Rollenbasierte Zugriffsrechte
  • Einhaltung der DSGVO und branchenspezifischer Anforderungen

Für die Leitungsebene bedeutet das: weniger rechtliche Risiken, mehr Vertrauen im Team und zusätzliche Sicherheit gegenüber Aufsichtsbehörden. Einrichtungen, die auf einen 24/7-IT-Support setzen, sichern ihren Betrieb nachhaltig ab und reduzieren den Aufwand für IT-Störungen erheblich.

Ein Beispiel aus NRW zeigt die Wirkung: Durch die Auslagerung der IT-Betreuung halbierte sich die wöchentliche Ausfallzeit einer stationären Einrichtung, Supportanfragen sanken um 70 Prozent.
Auch kleinere Dienste profitieren: Eine Berliner Einrichtung setzt erstmals Tablets zur mobilen Pflegedokumentation ein – unterstützt durch externes IT-Know-how. Ergebnis: deutlich effizientere Abläufe.

Digitalisierung ist Pflicht, nicht Kür

Die Bedrohungslage ist real: Cyberangriffe gehören mittlerweile zum Alltag. Einrichtungen müssen die Risiken ernst nehmen, in ihre IT-Sicherheit investieren und handeln. So gelingt der Spagat zwischen Datenschutz und digitalem Fortschritt. Die Warnung des BSI ist ein Alarmruf und klarer Handlungsauftrag für eine sichere, moderne und zukunftsfähige Pflege.

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